Snarks, Interrobangs und Fragezeichen – wen interessiert das schon?

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Snarks, Interrobangs und Fragezeichen – wen interessiert das schon?

Lange Zeit habe ich mich davor gedrückt, für meine kleine Serie „Satzzeichen erlebt und belauscht“ auch einen Artikel über das Fragezeichen zu verfassen. „Das Fragezeichen? – Was gibt es darüber schon Interessantes zu erzählen?“, so dachte ich, und das war natürlich mal wieder nichts anderes als Ausdruck jugendlichen Unbekümmertseins bzw. Verkennung der Vielfalt typografischer Feinheiten. Denn in Wirklichkeit gibt es über die kleine Sichel mit dem Punkt untendrunter – und ihre zahlreichen Varianten – jede Menge coolen Nerd-Kram zu berichten. Doch wozu noch lange Vorrede? Kann der Schreiberling nicht endlich mal zur Sache kommen‽

Ursprung und Herkunft des Fragezeichens

Der Ursprung des Fragezeichens wird in den Schrift- und Bildungsreformen vermutet, die Karl der Große gegen Ende des 8. Jahrhunderts angestoßen hatte. Schriftsprache war damals Latein, und mit dem lateinischen Wort quaestio für Frage wurden Fragesätze beendet. Das erschien irgendwann zu umständlich, das Kürzel qo wurde eingeführt. Um Platz zu sparen, wurde mit der Zeit das q über das o geschrieben, und aus dieser Kombination, so eine Theorie, entwickelte sich unser heutiges ? – echt spannend, nicht wahr⸮

Das Fragezeichen in der Popmusik

? (Fragezeichen) war das zweite Studioalbum der Neuen-Deutsche-Welle-Band Nena. Die 1984 erschienene Platte verkaufte sich mehr als eine halbe Million Mal und hielt sich 34 Wochen lang auf Platz 1 der deutschen Charts.

Interrobang‽ und Gnaborretni⸘

Na und‽ Soll das etwa schon alles sein‽ Wann geht es endlich ans Eingemachte‽ Kannst du nicht mal was richtig Nerdiges erzählen‽ – OK, wie wärs dann mit ein paar Worten über das Interrobang? Wie allgemein bekannt, kennzeichnet das Fragezeichen ja nicht nur Fragesätze, sondern kann auch eine Aufforderung signalisieren. Bei einem Satz wie Kannst du nicht mal was richtig Nerdiges erzählen‽ * handelt es sich also um einen Spezialfall einer rhetorischen Frage. Dafür wurde in den 1960er-Jahren als eigenes Schriftzeichen das Interrobang eingeführt (Unicode U+203D), das aber ein ähnliches Schicksal ereilte wie sein Gegenstück, das Gnaborretni (Unicode  U+2E18) – beide Zeichen konnten sich nicht wirklich durchsetzen.

Ihr habt doch bestimmt schon alle mal was vom Snark gehört⸮

Das Snark, auch als Percontation Point oder Irony Spoiler bekannt (oder eben auch nicht) wird gelegentlich verwendet, um Subtext oder versteckte Bedeutungsebenen anzudeuten – Ironie zum Beispiel (siehe Zwischenüberschrift). Deshalb ist das Snark auch das Lieblings-Satzzeichen der Leute, die es witzig finden, Witze zu erklären.

Und von wem stammt die skurrile Beitrags-Grafik?

– Natürlich wieder mal von meinem geschätzten Kollegen Marcus Mientus: Besten Dank dafür!

Und gibt’s auch was umsonst?

Na logo! Zum Beispiel diesen klasse Artikel zum Thema Verbzweitstellung. Ist doch was, oder?

 

*auf Spanisch, laut Google-Translator:  ⸘Puede que ni siquiera realmente decir lo nerd ‽

 

 

Über den Autor

Lutz Worat
Lutz Worat
Verstärkt das AhlersHeinel-Team in den Bereichen Konzeption und Text/Redaktion für Print- und Online-Projekte. Begeisterter Tomatenanbauer und bei Cascade nicht leicht zu schlagen. In der Rubrik »Aufgelesen« im AhlersHeinel-Blog stellt er bei Gelegenheit interessante Autoren und Bücher vor.

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