Low Poly Effect in Illustrator – so einfach geht’s!

azubi@ahlersheinel

In diesem Adobe Illustrator-Tutorial zeige ich euch, wie ihr eure Lieblings-Portraitfotos mit einem coolen Low Poly Effekt versehen könnt. Von Haus aus bringt Illustrator diesen Effekt allerdings nicht mit – statt eines einzigen schnellen Mausklicks ist also ein bisschen Handarbeit gefragt. Doch ich finde, der Aufwand lohnt sich. Wie der Name schon ansatzweise verrät, setzt sich dieser Effekt aus einzelnen Polygonen zusammen, aus geometrischen Vielecken also. In meinem Beispiel verwende ich hauptsächlich Dreiecke, abgesehen von den Augen. Ihr benötigt

  • Computer mit Tastatur und Maus 😉
  • Adobe Illustrator
  • Lieblingsbild als Vorlage
  • Spaß am Tüfteln
  • Zeit …

Bevor ihr durchstartet:  Achtet darauf, dass euer Ausgangsbild eine möglichst gute Qualität hat, damit auch euer Endergebnis entsprechend gut ausfällt und möglichst realistisch wirkt.  Sucht euch ein möglichst symmetrisches Bild raus, so spart ihr euch die Hälfte an Zeit und Arbeit.

1. Schritt — Vorarbeit

Platziert ein Bild eurer Wahl in Illustrator und aktiviert durch Doppelklick auf das Ebenenbild die Ebenenoption „Vorlage“.
Nun hat euer Bild 50% Deckkraft und die Ebene ist gesperrt.

Erstellt eine neue Ebene, auf der ihr weiterarbeitet; sie dient zur besseren Separation von Vektoren und Ausgangsbild.
Zieht euch eine Hilfslinie über die Symmetrieachse eures Bildes. So könnt ihr, wenn ihr an der Achse entlang arbeitet, die eine Hälfte später einfach duplizieren. Aus der Werkzeugpalette wählt ihr den Zeichenstift aus, mit dem die Ankerpunkte jedes einzelnen Dreiecks gesetzt werden. Legt eine farbige Kontur fest, die sich von euerm Hintergrundbild abhebt. Und schon kann das mühsame „Dreieckeln“ losgehen!

2. Schritt — Polygone zeichnen

Um euch unnötige Arbeit zu ersparen, versucht möglichst präzise zu arbeiten. Wenn beim Zeichenstift-Werkzeug ein kleines Sternchen (siehe Screenshot 1) erscheint, sobald ihr über einen bereits gesetzten Ankerpunkt fahrt, wird der neue Ankerpunkt exakt auf den bereits vorhanden gelegt. Um ein Dreieck richtig zu schließen, klickt auf den als ersten gesetzten Ankerpunkt des Dreiecks, also euer Ausgangspunkt, sobald ein kleiner Kreis erscheint (siehe Screenshot 2). So verhindert ihr größtenteils unschöne Lücken zwischen den einzelnen Dreiecken. Achtet darauf, dass ihr die Konturen und Gesichtszüge im Bild mit den Dreiecken nachbaut und so gut es geht beibehaltet.

Bei den Augen bin ich von der Dreiecksform abgewichen, da ich rundliche Formen natürlicher finde. Und der erste Blick ist ja bekanntlich meistens auf die Augen gerichtet. Probiert einfach aus und schaut, was euch am besten gefällt. Sobald ihr die eine Gesichtshälfte eures Motivs komplett fertiggestellt habt, könnt ihr zum nächsten Schritt übergehen.

3. Schritt — Porträt einfärben

Bevor ihr mit dem Einfärben loslegt, deaktiviert bei eurem Foto die Ebenenoption „Vorlage“,  sodass ihr die Originalfarben pipettieren könnt.

Jetzt wird’s endlich bunt. Wählt zunächst ein Dreieck mit dem Auswahl-Werkzeug (V) aus und aktiviert dann das Pipetten-Werkzeug (I). Nehmt dann mit der Pipette eine möglichst durchschnittliche Farbe innerhalb des Dreiecks auf und färbt dieses durch einen Mausklick ein. Dieses Prozedere wiederholt ihr, bis alle Dreiecke eingefärbt sind.

4. Schritt — Feintuning

Sobald ihr damit fertig seit, geht’s ans Feintuning. Versucht die entstandenen Lücken zwischen den einzelnen Dreiecken mit dem Direktauswahl-Werkzeug (A) zu beheben, in dem ihr die einzelnen Ankerpunkte direkt anfasst und korrigiert.

Wenn ihr die eine Gesichtshälfte fertiggestellt habt, gruppiert ihr die Polygone und dupliziert sie. Nun müsst ihr das Duplikat noch an der vertikalen Achse spiegeln und an die bereits vorhandene Hälfte anlegen.

Jetzt habt ihr also das Gesamtbild das erste Mal vor Augen – eine gute Gelegenheit, nochmal einzelne Dreiecke anzufassen und zu optimieren oder Farbkorrekturen vorzunehmen, wenn das nötig ist. Beachtet dabei allerdings, dass eure Grafik symmetrisch bleibt.

5. Schritt — fertig ist das Low Poly Portrait!

Wenn ihr mögt, könnt ihr euer Low Poly Portrait noch mit einem Schlagschatten (Effekt Stilisierungsfilter Schlagschatten) und einem farbigen Hintergrund versehen. Und fertig ist euer geometrisch gedreieckelter Wolf!

Melissa Schönfeld

Seit September 2015 bin ich Teil des AhlersHeinel-Teams als Azubine zur Mediengestalterin. Dabei gestalte ich Broschüren, Logo, schneide Videos und pflege Websites. Seit ich laufen kann, bin ich leidenschaftliche Kunstturnerin und Tänzerin. Seit einigen Jahren trainiere ich auch die Tanzkids. Besonderen Freude habe ich beim Basteln.

Sag etwas dazu