Ampersand & Co.: Von den Anfängen bis heute

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Ampersand & Co.: Von den Anfängen bis heute

Die Ampersand-Evolution

Ampersand ist die englische Bezeichnung für jenen Kringel, der im Deutschen Et-Zeichen heißt und umgangssprachlich auch ganz gerne mal Kaufmanns-Und genannt wird. Letzteres natürlich deshalb, weil das Et-Zeichen (et: lateinisch „und“) nach den deutschen Schreib- und Gestaltungsregeln (DIN 5008) ausschließlich in Firmenbezeichnungen etwas zu suchen hat, so wie in diesem Beispiel hier: ‚Autopark Hackerott GmbH & Co. Handels und Service KG. Daraus lernen wir, dass die nächste Zwischenüberschrift nicht wirklich DIN-gerecht ist, aber bitte nicht weitersagen!

Ampersand: Herkunft & Aufzucht

Das Et-Zeichen als Verbund der Buchstaben e und t ist wahrscheinlich bereits im ersten nachchristlichen Jahrhundert im Mittelmeerraum entstanden; ihren Abschluss fand diese Entwicklung etwa in der Mitte des 8. Jahrhunderts in der karolingischen Minuskel (aus dieser Schriftart wiederum entwickelten sich die bis heute sehr häufig verwendeten Antiqua-Schriften). Das & gehört eindeutig zu den besonderen Lieblingen vieler Schriftgestalter; von dem französisch-flämischen Buchdrucker Christoffel Plantijn (1520–1589) heißt es, er habe bis zu vier unterschiedlich geschnittene Et-Zeichen in einem einzigen Absatz verwendet.

Ampersand

Wie das Ampersand zu seinem Namen kam

Das Ampersand ist nicht nur als Schriftzeichen eine Zusammenziehung; die englische Bezeichnung ist eine Verballhornung des lateinischen and per se, was in etwa mit „und und an sich“ übersetzt werden kann. Und das wiederum rührt daher, dass in englischen Schulen im 18. und 19. Jahrhundert beim Alphabet-Aufsagen zum einen den Buchstaben, die auch für sich als Wort gebraucht werden können (Beispiele: I <= eye; O <= owe) das lateinische per se (an sich) vorangestellt wurde. Und weil das & außerdem sozusagen als letzter Buchstabe des Alphabets galt, hieß es beim Aufsagen „x, y, z and per se and“. Daraus, man kann es sich schon denken, ist dann im Lauf der Zeit Ampersand geworden. Auch in Frankreich des 19. Jahrhunderts wurde das & gewissermaßen als 27. Buchstabe des Alphabets angesehen und war als Esperluette (Zusammenziehung von et per lui et, auf deutsch etwa „und bedeutet und“) bekannt.

 Et-Zeichen und Ampersand im digitalen Zeitalter

In der ASCII-Tabelle hat das & die Position 38 (hexadezimal 26). In den Web-Formaten HTML und XML wird es so kodiert:

  • &#26; (hexadezimal)
  • & (dezimal)
  • &amp; (benanntes Zeichen)

In URLs:

  • %26

 Ampersand für Sammler‘Ampersand im Wandel der Zeiten: http://opensourceampersands.org/

Mehr als hundert verschiedene Et-Zeichen haben begeisterte Typo-Fans als ‚Webfonts auf einer eigenen Site zum Download zusammengestellt. Von dieser Site kommt auch die Abbildung oben.

Das Ampersand in der Popmusik

Das Ampersand gehört zu den ganz wenigen Schriftzeichen, über die sogar Lieder geschrieben wurden, zum Beispiel von der US-amerikanischen Lyrikerin ‚Amanda Palmer und auch vom einstigen Zappa-Gitarristen ‚Adrian Belew.

Das Ampersand in der Literatur

Schriftsteller wie Arno Schmidt und H.C. Artmann verwendeten das Et-Zeichen in ihren Werken gerne entgegen der Konvention als Kürzel für das Wörtchen und; gerne auch mal in der Kombination &c. für et cetera / und so weiter. Und in dem (überaus empfehlenswerten!) Buch ‚Was aus uns wird von David Gilbert spielt der fiktive Roman Ampersand des (ebenfalls fiktiven) weltberühmten Schriftstellers A. D. Dyer eine Hauptrolle. Bei Gilberts Buch handelt es sich im weitesten Sinn um eine Familiengeschichte; viel passender als der deutsche ist der englische Originaltitel: & Sons – natürlich mit Ampersand.

Das Ampersand als Geschenktipp

Auf der Such nach einem ausgefallenen Geschenk für den Bücherfreund, der schon alles hat? – Da wüssten wir was: ‚Das höhenverstellbare Clampersand als formschöne Buchstütze – garantiert ein Blickfang in jedem Bücherregal!

& zum Schluss noch eine Danksagung:

Einmal mehr herzlichen Dank an meinen Kollegen Marcus Mientus – diesmal natürlich für seine tollen Ampersand-Illustrationen!

Über den Autor

Lutz Worat
Lutz Worat
Verstärkt das AhlersHeinel-Team in den Bereichen Konzeption und Text/Redaktion für Print- und Online-Projekte. Begeisterter Tomatenanbauer und bei »Toon Blast« immer mal wieder auf der Bestenliste zu finden. In der Rubrik »Aufgelesen« im AhlersHeinel-Blog stellt er bei Gelegenheit interessante Autoren und Bücher vor.

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