Das Sahnestück als Salz in der Suppe

10 Gute Gründe für den Webseiten Relaunch
10 gute Gründe für den Webseiten-Relaunch
24. Juni 2014
Floßbau-Weltrekord nach Hannover geholt – wir waren dabei
14. Juli 2014

Das Sahnestück als Salz in der Suppe

Treffende Sprachbilder und anschauliche Umschreibungen machen Texte lebendiger und geben ihnen oft erst den »gewissen Pfiff«. Damit sind sie so etwas wie das Salz in der Suppe. Und sollten ebenso sparsam und überlegt verwendet werden. Schiefe oder gemischte Metaphern lassen Texte ungenießbar werden  – oder rufen Heiterkeit hervor, wo das gar nicht beabsichtigt war. Aber wir wollen ja nicht gleich den Pudel mit dem Bad ausschütten – hier ein kleiner Überblick über Stolpersteine, Fußangeln und Fallstricke aus der wundervollen Welt der Metaphern-Anwendung.

Mehr schief als schön

Sprachbilder funktionieren nur im richtigen Zusammenhang. Stimmt der Kontext nicht, entstehen schiefe Bilder. Beispiel gefällig? – Aber gern: »Die derzeitige Hitzewelle lässt den Heizölhandel im Regen stehen.« Hm: Eine Welle, eine hitzige zumal, die jemanden stehen lässt, und dann auch noch im Regen – wie das wohl vor sich gehen mag?

 Anders gemeint als gesagt

Immer mal wieder kann man über Redewendungen stolpern, die nicht in ihrer eigentlichen Bedeutung verwendet werden, so auch in diesem Beispiel: »Otto Müller schloss sich als fünftes Rad am Wagen der Meinung der Fraktionsmehrheit an.« Geht so nicht, denn das sprichwörtliche fünfte Rad am Wagen steht für etwas Nutzloses, Unerwünschtes. Übrigens nicht erst seit heute, heißt es doch bereits in einer lateinischen Sprichwörtersammlung aus dem 11. Jahrhundert: »Quem fastidimus, quinta nobis est rota plaustri«, zu deutsch: Wen wir verabscheuen, der ist das fünfte Rad am Wagen.

Zu wörtlich genommen

Metaphern haben ja den Zweck, den eigentlichen Ausdruck durch etwas Anschaulicheres, Einprägsameres zu ersetzen:  Das Wüstenschiff etwa ist eine gebräuchliche Metapher für das Kamel. So weit, so gut – allerdings sollte man darauf achten, dass Metaphern nicht wörtlich genommen werden. Wie hier: »In der SPD hat Steinmeier die Hosen an.« Gemeint ist natürlich, dass hier jemand die Führungsrolle übernommen hat – und nicht, dass die anderen Parteifreunde unten ohne herumlaufen …

Zu dicht beieinander

Unfreiwillig komisch wirkt es manchmal, wenn Methaphern aus dem gleichen Begriffsumfeld kommen wie das, worauf sie sich beziehen. Klingt kompliziert? – Das Beispiel schafft Klarheit: »Bei der modernen Türen-Sanierung ist PVC mittlerweile weg vom Fenster.« – Die Redewendung weg vom Fenster sein  (= nicht mehr aktuell sein; nichts mehr gelten; nichts mehr zu sagen haben) hat übrigens ihren etwas morbiden Ursprung im Bergbau: Nach der harten Arbeit im Bergwerk genossen die Kumpel zum Feierabend den letzten Sonnenschein am Fenster. Wenn einer längere Zeit nicht mehr am Fenster zu sehen war, dann war er wohl krank oder gar tot.

Kühn gemixt

Manche Metaphern gleichen sich zwar nicht wie ein Ei des Kolumbus dem anderen, aber irgendwo sind da doch leichte Ähnlichkeiten – und es besteht ein gewisser Risiko für den Metaphern-Mix. »Um das Problem zu lösen, müssen wir jetzt dringend Fünfe gerade biegen«: In diesem Beispiel haben sich gerade die beiden Wendungen Fünfe gerade sein lassen und die Dinge gerade biegen ein bisschen ineinander vertöddert.

Zu viel, ganz einfach zu viel

Von der Spitze des Eisbergs aus müssen wir den Dingen auf den Grund gehen. Denn der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, lässt auch den Kessel überkochen. Und dann sagt nicht nur der Fuchs dem Hasen Gute Nacht, sondern der, der zuletzt lacht, macht auch das Licht aus. Und gibt den Löffel ab.

Über den Autor

Lutz Worat
Lutz Worat
Verstärkt das AhlersHeinel-Team in den Bereichen Konzeption und Text/Redaktion für Print- und Online-Projekte. Begeisterter Tomatenanbauer und bei »Toon Blast« immer mal wieder auf der Bestenliste zu finden. In der Rubrik »Aufgelesen« im AhlersHeinel-Blog stellt er bei Gelegenheit interessante Autoren und Bücher vor.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen