Die 5 dümmsten Mythen der Fotografie

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Die 5 dümmsten Mythen der Fotografie

Sie lassen sich einfach nicht vertreiben – Legenden und Mythen der dummen Art (die Spinne in der Yucca-Palme) halten sich hartnäckig. In der Fotografie verhält es nicht nicht anders und oftmals sind die Hersteller selbst daran schuld. Bestes Beispiel: der immer noch präsente Megapxiel-Wahn.

5 Mythen der Fotografie

Mythos 1: Die Kamera-Automatik macht alles von allein und kann alles

Warum dem nicht so ist, habe ich in diesem Beitrag schon einmal ausführlich erläutert. Seitdem hat sich nicht viel geändert. KI (Künstliche Intelligenz) hat noch keinen Einzug in die Kameratechnologie gehalten und somit ist es immer noch Software und Sensorik, die versucht, Fotos zu erstellen. Beides, also Software und Sensorik werden zunehmend besser, aber anfällig für Fehler ist diese Konstellation immer noch mehr, als man sich das so wünscht.

Analog zu diesem Mythos passt auch hervorragend: „Mit einer teuren Kamera macht jeder gute Bilder.

Mythos 2: Kleinbild- ist ein Vollformat-Sensor

Nein, nicht wirklich und nicht einmal Ansatzweise. Das ist vermutlich eine der Legenden, die einer Marketingabteilung eines Kameraherstellers entsprungen ist. Mit Aufkommen des 35mm Kleinbildsensors musste dieser gegenüber den kleineren Crop-Sensoren als größer angepriesen werden. Der technisch korrekte Begriff ist Kleinbild, da das Format 35mm vom analogen Kleinbildformat abgeleitet ist. „Kleinbild“ ist aus Marketing-Sicht kein unbedingt förderlicher Begriff, also wurde daraus „Full Frame“ oder eben auf deutsch: „Vollformat“.

Mythos 3: Schärfentiefe vs. Tiefenschärfe und gewonnen hat: Schiefentärfe

Kein wirklicher Mythos, aber darüber lässt sich immer noch vortrefflich streiten (oder eben trollen, wenn man es geschickt anstellt).

Es gibt auf fotografische.de eine ellenlange Erklärung, warum Schärfentiefe eigentlich richtig ist. Trotzdem findet sich immer noch jemand, der es besser weiß.

Mythos 4: Je mehr Megapixel, desto besser

Der Klassiker und definitiv etwas, das wir den Herstellern zu verdanken haben: „Die Kamera ist so durchschnittlich Chef“. „Dann mach‘ mehr Megapixel rein!“

„Kleine“ Sensoren, also jene, die man so in Mobiltelefonen und Kompaktkameras findet, werden mittlerweile für wenig Geld in enorm hoher Stückzahl produziert. Mit heutigen Fertigungsmethoden lässt sich dann eben die Pixeldichte so erhöhen, dass man auf einem Sensor mit der Größe eines Fingernagels locker 24 Megapixel und mehr unterbringen kann. Höhere Pixeldichte bedeutet allerdings gleichermaßen kleinere Pixel auf der gleichen Fläche. Der Abbildungsqualität ist dies nicht gerade förderlich, da kleinere Pixel auch weniger Licht aufnehmen können. Das Ergebnis ist ein schlechteres Rauschverhalten des Sensors, was wiederum über die Software verlustbehaftet kompensiert werden muss.

Im Umkehrschluss bedeutet das also: weniger Pixel auf gleicher Fläche führt zu einer besseren Lichtaufnahme und resultiert in weniger Rauschen.

Mythos 5: UV-Filter sind ein „Must have“

Hatten die UV-Filter zu Zeiten der Analogfotografie noch ihren Sinn, sind sie mittlerweile überflüssig – und zwar völlig. In der digitalen Fotografie sitz der UV-Filter im Schutzglas über dem Sensor.

Ein weiterer Grund warum die Unsitte, sich einen UV-Filter vor’s Objektiv zu schrauben, noch verbreitet ist: Es schützt das Frontglas des Objektivs. Rein technisch stimmt das sogar, allerdings erfüllt eine passende Streulichtblende den gleichen Zweck und hat dabei keine negativen Auswirkungen auf die Bildqualität. Noch mehr Glas zwischen Objektiv uns Sensor erhöht die Anfälligkeit gegenüber Bildfehlern. Dies trifft insbesondere auf sehr günstige und minderwertige Filter zu.

Über den Autor

Tobias Glawe
Tobias Glawe
SEM, SEO und Social Media sind meine Aufgabenfelder bei AhlersHeinel. In meiner Freizeit betätige ich mich gerne aktiv in der Fotografie. Hin und wieder schwinge ich auch einen Badmintonschläger.

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