RGB und CMYK: Welcher Farbraum für welchen Zweck?

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RGB und CMYK: Welcher Farbraum für welchen Zweck?

So mischen sich die Grundfarben: links CMYK und rechts RGB

So mischen sich die Grundfarben: links CMYK und rechts RGB

azubi@AhlersHeinel

Dokumente und Grafiken können in unterschiedlichen Farbräumen angelegt werden, wobei RGB und CMYK wohl die gebräuchlichsten sind.

Grundsätzlich wird hierbei zwischen dem additiven und subtraktiven Farbsystem unterschieden. Dabei handelt es sich um grundverschiedene Farbsysteme, die jeweils für verschiedene Ausgabeprozesse gedacht sind und stark von den technischen Gegebenheiten abhängen.

Farbraum RGB

(Red – Green – Blue)

Das RGB-Farbmodell basiert auf der additiven Farbmischung, die sich aus den Grundfarben Rot, Grün und Blau zusammensetzt. Addiert man die Grundfarben, heben sie sich auf und ergeben Weiß. Dieses Modell wird für die Darstellung auf Bildschirmen, Monitoren, Videoprojektoren und Displays verwendet, daher nennt man diese Farben auch „Lichtfarben“.

Bildschirme gehen grundsätzlich von einem schwarzen Hintergrund aus, auf dem rote, blaue und grüne Punkte zum Leuchten gebracht werden, die den Farbeindruck hervorrufen.

Farbraum CMYK

(Cyan – Magenta – Yellow – Key)

Das CMYK-Farbmodell basiert auf der subtraktiven Farbmischung und besteht aus den drei Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb (Yellow). Da aus diesen Farben kein echtes Schwarz entsteht, sondern lediglich ein dunkles Grau-Braun gemischt werden kann, wird Schwarz noch zusätzlich als Kontrastfarbe verwendet, dafür steht das K in der Abkürzung. Dieses Modell wird in der Drucktechnik verwendet.

Beim Druck wird immer von einem weißen Hintergrund wie Papier ausgegangen. Die Farben werden gerastert und in leicht unterschiedlichen Winkeln übereinander gedruckt, sodass durch diese Grundfarben der Farbeindruck hervorgerufen wird. Mischt man zum Beispiel Gelb und Cyan, bekommt man nur ein bestimmtes Grün. Unterschiedliche Nuancen von Grün erzeugt man durch Aufrasterung – ein größerer Punkt Cyan, ein kleinerer Punkt Gelb erzeugt ein kühleres Grün, ein größerer Punkt Gelb und ein kleinerer Punkt Cyan dagegen ein helleres Grün. Übertragen auf die anderen Farben, erhält man so das gesamte druckbare Farbspektrum.

Sonderfarben: HKS und Pantone

Diese Farben gehören zur Drucktechnik. Es sind keine Mischfarben, sondern extra angemischte Farben, die schon den passenden Farbton haben. Sie werden verwendet, um eine Konsistenz in der Farbdarstellung zu gewährleisten, damit zum Beispiel die Logofarben auf dem Briefpapier genauso aussehen wie auf dem Kugelschreiber oder dem Firmen T-Shirt. Außerdem werden Sonderfarben genutzt, um Farben abzubilden, die mit der üblichen CMYK-Mischung nicht möglich sind, wie besonders strahlende Farben, Neonfarben oder metallische Effektfarben wie Gold, Silber und Kupfer.

Unterschiedlicher Farbumfang

Beide Farbmodelle haben nur einen begrenzten Farbumfang. Der Farbumfang, also die maximale Anzahl der darstellbaren Farben, ist nicht identisch – das führt dazu, dass sich die Farben beim Umwandeln von einen in das andere Farbmodell verfälscht werden. Vor allem beim Umwandeln von RGB in CMYK-Farben können Farbinformationen verloren gehen, weil das CMYK-Modell deutlich kleiner ist. Zum Beispiel erzeugt RGB strahlendere Farben, da die Farben von leuchtenden Punkten erzeugt werden. Wandelt man eine solche Farbe direkt in CMYK um, erscheint sie deutlich blasser und gedeckter.

Doch wann ist der richtige Zeitpunkt, zum Beispiel Bilder aus der Digitalkamera zu konvertieren? Benutzt man das RAW-Format, kann man Bilder am Ende einfach in den notwendigen Farbraum exportieren. Bei normalen JPG-Bildern ist das etwas komplizierter, denn standardmäßig befinden sie sich im RGB-Modus. Deswegen belässt man sie auch so lange wie möglich in diesem Modus und erst im letzten Schritt, beim Export der Druckdaten, wandelt man sie in CMYK um. So vermeidet man unnötige Konvertierungen der Farbräume und hält den Verlust durch den Farbraumwechsel so gering wie möglich.

Fazit

Den Farbraum wählt man einfach nach Verwendungszweck: RGB für eine bildschirmoptimierte Ausgabe, CMYK für die druckoptimierte Darstellung. Das garantiert leider noch keine absolute Farbgenauigkeit, denn diese hängt noch von anderen Faktoren wie dem eigenen Bildschirm, dem Bildschirm des Nutzers, der Farbqualität oder der Papierbeschaffenheit ab. Daher ist es sicherer einen Farbproof in den Programmen zu simulieren und sich mit seiner Druckerei abzusprechen.

Über den Autor

Sebastian Wiesner
Sebastian Wiesner
Ich bin Sebastian und lebe in Gifhorn, in Hannover und im Internet. Das AhlersHeinel-Team verstärke ich als Mediengestalter Digital und Print. Als Gegenpol zur schreibtischlastigen Monitorarbeit verbringe ich meine Freizeit entweder aktiv in der Natur mit meinem vierpfotigen Labrador-Motivator oder lesend im Sessel.

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