Fröhliche Bücher-Weihnachten!

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Die Entstehung des HEPPI-Song
8. November 2017
Fröhliche Weihnachten! Season’s Greetings!
22. Dezember 2017

Ein gutes Buch ist immer ein schönes Geschenk –  für sich selbst oder für einen anderen netten Menschen. Und weils bis zu Weihnachten ja nicht mehr allzu lange hin ist, hier ein paar mehr oder minder feiertagskomkpatible Empfehlungen …

… für Jane-Austen-Fans

Wer die sechs bekanntesten Romane von Jane Austen, der scharfsinnigen Beobachterin gesellschaftlicher Verhältnisse ihrer Zeit, in einer besonders gediegenen Aufmachung zur Hand nehmen möchte, wird sich über die gebundenen Sonderausgaben von »Stolz und Vorurteil«, »Verstand und Gefühl«, »Mansfield Park«, »Emma«, »Anne Elliot« und »Northanger Abbey« bei dtv freuen. Weitaus weniger bekannt sind Austens zahlreiche Jugendwerke, die sie zwischen ihrem elften und siebzehnten Lebensjahr verfasste. Sie sind unter dem Titel »Die schöne Cassandra« bei Reclam erschienen – erstmals vollständig in deutscher Übersetzung. – Ein Leckerbissen für alle, die gerne wissen wollen, wie man im gutbürgerlichen England im späten 18. Jahrhundert zu speisen beliebte, ist das sehr hübsch aufgemachte Jane Austen-Kochbuch von Maggie Black und Deirdre le Faye. Und etliche persönliche Lieblingsrezepte von Jane Austen hat Pen Vogler in dem schön bebilderten Band »Dinner mit Mr Darcy« zusammengetragen.

… für Krimi-Connaisseure

Ken Bruen gilt als herausragender Vertreter des »Irish Noir«, des düsteren Krimis mit irischem Einschlag. Die neun auf Deutsch erschienen Storys um den versoffenen, literarsich bewanderten Ex-Cop Jack Taylor wurden von Harry Rowohlt übersetzt, was ja immer schon ein Gütesiegel ist. Unbedingt mit »Jack Taylor fliegt raus«, dem ersten Band der Reihe anfangen! – Regionalkrimis ganz anderer Art hat der österreichische Autor Wolf Haas um seinen Privatdetektiv Brenner zusammenfabuliert, der jeden Ermittlungsjob mit nervenzermürbender Langsamkeit angeht. Ich selbst lese gerade den neunten Band der Brenner-Reihe, »Brennerova«, in dem es unter anderem um ein Kidnapping beim Schamanenseminar und andere erstaunliche Begebenheiten geht, erzählt in einem höchst eigenwilligen, sehr witzigen Sprachstil.

… für Freunde des Phantastischen

Deirdre, Octavia, Malvinia, Samantha und Constance Philippa sind fünf Schwestern aus gutem Haus, deren jede ein überaus ungewöhnliches Schicksal ereilt. Die eine wird in einem Ballon aus schwarzer Seide entführt, die andere verwandelt sich in der Hochzeitsnacht in eine Schneiderpuppe, die dritte schließlich lässt sich auf einpikantes Verhältnis mit dem Skandalautor Mark Twain ein. Doch in dem romantischen Roman »Die Schwestern von Bloodsmoor« der zeitgenössischen amerikanischen Autorein Joyce Carol Oates geschehen noch viel mehr schröckliche und wunderliche Dinge; am Silvesterabend des Jahres 1900 wäre es sogar fast um die gesamte Menschheit geschehen. Ein wirklich opulentes Lesevergnügen, doch leider ist die deutsche Ausgabe offenbar zurzeit nur antiquarisch zu bekommen, –– Ähnlich turbulent geht es in »Baba Jaga« von Toby Barlow zu: Im Paris der 50er-Jahre treiben sich zwei russische Hexen herum, ein Werbetexte entpuppt sich als CIA-Agent und ein Polizist wird in einen Floh verwandelt. Oder um es mit der Wilhelmshavener Zeitung zu sagen: »Ein Roman, als hätte Dalí einen surrealen Liebes-Fantasy-Spionagethriller entworfen«.

… für alle, die (noch) an das Gute glauben

»Wenn du gern Geschichten mit einem Happy End liest, solltest du lieber zu einem anderen Buch greifen. In diesem gibt es kein Happy End, auch keinen glücklichen Anfang und nur wenig Erfreuliches mittendrin«: Mit diesen düsteren Worten beginnt der erste Band der »Reihe betrüblicher Ereignisse« um die vom Pech und dem bösen Graf Olaf verfolgten Baudelaire-Waisen Violet, Klaus und Sunny, und in der Tat verwickelt Autor Lemony Snicket die drei Kinder in eine Vielzahl höchst haarsträubender Abenteuer. Die ersten vier der insgesamt 13 Bände der Reihe dienten als Vorlage für die Netflix-Verfilmung mit einem sensationell aufspielendem Neil Patrick Harris als Graf Olaf; die zweite Staffel soll Anfang 2018 erscheinen – ich freu mich schon drauf!

… für völlig Entschleunigte

Auf das über 5000 Seiten umfassende Romanwerk »Das Büro« des niederländischen Volkskundlers J. J. Voskuil habe ich ja schön vor längerem lobend hingewiesen. Mittlerweile ist nun auch der siebente und letzte Band der Saga auf Deutsch erschienen, »Der Tod des Marten Koning«, doch ich habe mir als Lesestoff für die Feiertage erst einmal den sechsten Band (»Abgang«) auf dem Wunschzettel notiert.

Über den Autor

Lutz Worat
Lutz Worat
Verstärkt das AhlersHeinel-Team in den Bereichen Konzeption und Text/Redaktion für Print- und Online-Projekte. Begeisterter Tomatenanbauer und bei »Toon Blast« immer mal wieder auf der Bestenliste zu finden. In der Rubrik »Aufgelesen« im AhlersHeinel-Blog stellt er bei Gelegenheit interessante Autoren und Bücher vor.

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