Grafikformate im Designer-Alltag

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azubi@AhlersHeinel

JPG, PNG, GIF, PSD, EPS, PDF, SVG, AI, TIFF … Grafikformate gibt’s in kaum zu überschauender Vielzahl. Und natürlich haben alle diese Formate ihre eigenen Spezifikationen, Besonderheiten, Vor- und Nachteile. Das macht es für den Anwender schwierig, das für den jeweiligen Zweck am besten geeignete Format zu wählen. Mit diesem kleinen Guide möchte ich euch eine Hilfe an die Hand geben, um das optimale Format für die gewünschten Anforderungen zu erhalten.

Grafikformate
Pixelbasierte Grafikformate

Die Datei enthält eine Rastergrafik. Diese enthält Informationen in Form von gerasterten Punkten, den Pixeln. Jedes Pixel hat einen zugewiesenen Farbwert. Die Rasterfeinheit bestimmt die Auflösung der Grafik und damit auch die Dateigröße. Im Umkehrschluss können durch sehr grobe Raster sehr kleine Dateien entstehen – allerdings muss man dann einen Qualitätsverlust in Kauf nehmen.. 

  • JPG oder JPEG (Joint Photographic Experts Group)
    Farbtiefe: bis 24 Bit (16,7 Millionen Farbabstufungen)
    Transparenz: nein
    Animation: nein
    Kompression: stufenlos einstellbar, verlustbehaftet. Je stärker die Kompression, desto größer der Datenverlust.
    Dateigröße: ergibt nur kleine Dateien durch Qualitätseinbußen
    Verwendungszweck: für Fotos im Internet als Endformat.
  •  GIF (Graphics Interchange Format)
    Farbtiefe: bis 8 Bit (256 Farbabstufungen)
    Transparenz: ja
    Animation: ja
    Kompression: verlustfrei
    Dateigröße: ergibt sehr kleine Dateien
    Verwendungszweck: für Bilder mit weniger als 256 Farbabstufungen, Animationen; wird oft für Webelemente wie Icons, Buttons und Banner benutzt.
  • PNG (Portable Network Graphic)
    Farbtiefe: bis 48 Bit (16 Bit pro Farbkanal in RGB)
    Transparenz: ja
    Animation: nein
    Kompression: verlustfrei
    Dateigröße: ergibt etwas höhere Datenmengen als JPG und GIF
    Verwendungszweck: freigestellte Fotos mit Transparenzen
  • TIFF (Tagged Interchange File Format)
    Farbtiefe:bis 48 Bit (16 Bit pro Farbkanal in RGB)
    Transparenz: ja
    Animation: nein
    Kompression: verlustfrei oder Verlustbehaftet, frei wählbar
    Dateigröße: ergibt sehr große Dateien
    Verwendungszweck: als Austauschformat in der Printproduktion oder zum Bereitstellen von Rohdaten.

Vektorbasierte Grafikformate

Die Datei enthält Serien geometrisch definierter Formen und ihrer Koordinaten, die direkt am Computer erzeugt werden und eine Art „Bild-Aufbau-Anleitung“ sind. Vektorgrafiken können verlustfrei und ohne Qualitätseinbußen auf jede beliebige Größe skaliert werden. Die Dateigröße ist relativ gering, da nur ein Script zum Grafik-Aufbau enthalten ist, nicht die Grafik selbst.

  • EPS (Encapsulated Post-Script)
    Seitenbeschreibung: Post-Script
    Farbprofile einbettbar: ja
    Datenmenge: ergibt kleine Dateien
    Verwendungszweck: als softwareunabhängiges Austauschformat für Vektordateien, zum Beispiel in Layoutprogrammen.
  • SVG (Scaleable Vector Graphics)
    Seitenbeschreibung: XML
    Farbprofile einbettbar: nein
    Datenmenge: ergibt kleine Dateien
    Verwendungzweck: für Vektorgrafiken im Internet wie Icons, Manipulation über JavaScript und jQuerrys möglich.

Programm-native Formate

Die vorher genannten Grafikformate können von zahlreichen Programmen auf unterschiedlichen Betriebssystemen erstellt und verwendet werden. Es gibt jedoch auch sogenannte proprietäre Dateiformate, die von Firmen für ihre eigenen Programme entwickelt und in der Regel auch nur von diesen genutzt werden können.

  •  PSD (Photoshop Document)
    Datenmenge: ergibt in der Regel große Dateien
    Verwendungszweck: Speicherformat für Adobe Photoshop, alle Bearbeitungsfunktionen bleiben im vollen Umfang erhalten.
  •  AI (Adobe Illustrator)
    Datenmenge: ergibt kleine Dateien, solange keine Pixelgrafiken eingebunden sind
    Verwendungszweck: Speicherformat für Adobe Illustrator, alle Bearbeitungsfunktionen bleiben im vollen Umfang erhalten

 Containerformate

Container sind Behälter, die Objekte beinhalten. Containerformate werden für das Übertragen und Aufbewahren von verschiedenen Datenformaten benutzt und geben das Layout vor, in dem die unterschiedlichen Dateiformate zusammengefasst sind.

  • PDF (‚Portable Document Format)
    Seitenbeschreibung: Post-Script
    Verbreitung: weit, wird von vielen Programmen unterstützt.
    Passwortschutz: ja
    Festes Layout: ja
    Datenmenge: ergibt kleine Dateien
    Verwendungszweck: in der Druckvorstufe, Download von Internetseiten, Dokumentaustausch per E-Mail

Handelt es sich um eine Vektor- oder Pixelgrafik? Wie groß ist der Farbumfang? Gibt es transparente Bereiche? Soll die Grafik im Internet oder in Printmedien abgebildet? Benötige ich ein Endformat oder ein Austauschformat? Muss die Dateigröße möglichst gering sein, oder spielt die Größe keine Rolle?

Kann man sich diese Fragen beantworten, ist man auf einem guten Weg zum optimalen Grafikformat. Denn das perfekte Format, das man für alle Dateien anwenden kann, gibt es nicht. Es richtet sich nach Qualität und Verwendungszweck des Bildmaterials und man ist gut beraten, für unterschiedliche Kanäle das gleiche Bild in verschiedenen Formaten bereitzustellen. So kann man die Stärken der jeweiligen Grafukformate optimal für sich nutzen.

Über den Autor

Sebastian Wiesner
Sebastian Wiesner
Ich bin Sebastian und lebe in Gifhorn, in Hannover und im Internet. Das AhlersHeinel-Team verstärke ich als Mediengestalter Digital und Print. Als Gegenpol zur schreibtischlastigen Monitorarbeit verbringe ich meine Freizeit entweder aktiv in der Natur mit meinem vierpfotigen Labrador-Motivator oder lesend im Sessel.

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