Plenken und Klempen

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Plenken und Klempen

© Marcus Mientus 2015

© Marcus Mientus 2015

In meinem heutigen Blog-Beitrag geht es um das spannende Thema Plenken und Klempen. Aber wer genau soll sich da angesprochen fühlen: Planktonforscher? Klempner? Leitplankenklimperer? – Nun, kann ja sein, dass meine Artikel auch bei diesen Berufsgruppen Anklang finden. In erster Linie möchte ich mich aber an Leserinnen und Leser wenden, die sich für Typografie und guten Schriftsatz interessieren und deshalb öffentliches Plenken und Klempen tunlichst unterlassen werden. Soviel zur Vorrede – jetzt gehts los.

Was ist denn eigentlich plenken ?  – Ganz einfach ! Plenken geht so : Das Plenk , die Plenks ; du denkst , du plenkst

Alles klar? – Genau: Plenken ist nicht anderes, als Plenks zu setzen; also just dort vor einem Interpunktionszeichen (Komma, Fragezeichen, Bindestrich, Schlusspunkt usw.) ein Leerzeichen zu veranstalten, wo es nach den Regeln des Schriftsatzes oder den Gestaltungsregeln für die Textverarbeitung nichts zu suchen hat. Nicht unbedingt schön, aber dafür treffend werden Plenks auch Deppenleerzeichen genannt, weisen also eine gewisse Verwandtschaft zum Deppenapostroph auf. Welch letzteres sich in der Plenk de luxe-Version wohl so schreiben würde: Deppen – Apostroph. De luxe natürlich deshalb, weil der Ausdruck durch die Leerzeichen nicht nur vollkommen unnötig auseinandergerissen wird, sondern weil statt eines ‚Bindestrich’s ein Halbgeviertstrich (auch als Gedankenstrich bekannt) verwendet wird.

( Ein Spezialfall des Plenkens ist übrigens das sogenannte Klammer – Plenken [ nicht zu verwechseln mit dem Kammer – Flimmern ].  Denn auch nach der öffnenden und vor der schließenden Klammer ⎨ sei sie rund, eckig oder gar geschweift ⎬ werden im Deutschen keine Leerzeichen gesetzt. )

Und das ist auch ganz gut so – das Beispiel oben zeigt, wie unschön ein automatisch umbrochener Text mit geplenkten Klammern aussieht. Doch das soll für heute genug sein zum Thema Plenken, beschäftigen wir uns jetzt lieber mit der Frage:

Und was ist dieses Klempen,von dem man jetzt soviel hört? Ich klempe,du klempst…sind wir nicht alle ein bisschen Klemp?

Die Antwort liegt auf der Hand; Klempen ist gewissermaßen negatives Plenken – also das Weglassen von Leerzeichen nach Interpunktionszeichen, obwohl sie dort regelgerecht hingehören. Ums noch mal deutlich zu machen: Nach Komma, Semikolon, Schlusspunkt, Frage- und Ausrufezeichen folgt im deutschen Schriftsatz ein Leerzeichen. Nach den drei Auslassungspunkten … übrigens auch; allerdings nur, wenn sie als Platzhalter für ein Wort oder mehrere Wörter stehen. Wird lediglich ein Wortteil ausgelassen, schließt man sie direkt an den Rest des Wortes an: Verf… und zugenäht!

Plenken und Klempen: Wo kommen die kleinen Wörter her?

Zum Schluss meines Beitrags möchte ich noch kurz auf die Herkunft der Begriffe Plenken und Klempen eingehen. Während andere Wörter aus dem Setzerjargon – zum Beispiel Hurenkinder und Schusterjungen – eine lange Tradition haben, sind Plenken und Klempen Ende der 1980-er Jahre entstandene Neubildungen: Plenk als Verballhornung zu blank, dem englischen Wort für Leerzeichen. Und als Bezeichnung für das zu enge Zusammenklemmen zweier Worte hat sich über das englische clamp (= Schraubzwinge) lautmalerisch das Klempen eingebürgert. Wieder was gelernt.

Über den Autor

Lutz Worat
Lutz Worat
Verstärkt das AhlersHeinel-Team in den Bereichen Konzeption und Text/Redaktion für Print- und Online-Projekte. Begeisterter Tomatenanbauer und bei »Toon Blast« immer mal wieder auf der Bestenliste zu finden. In der Rubrik »Aufgelesen« im AhlersHeinel-Blog stellt er bei Gelegenheit interessante Autoren und Bücher vor.

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